Macht I

Macht korrumpiert. Immer.

Nichts ist gefährlicher und trügerischer als Macht, denn es ist unmöglich sie zu erlangen, sie wird einem immer nur freiwillig geben. Es mag Instrumente, Techniken und Strategien geben, mit denen die Freigabe von Macht unterstützt, oder beschleunigt werden kann, aber es bleibt trotz allem immer bei einer freiwilligen Herausgabe.

Hat man den verführerischen und süßen Geschmack der Macht einmal gekostet, möchte man natürlich mehr, und wird immer weiter bestrebt sein, die einmal erlangte Macht weiter anzuhäufen, immer mehr, und immer weiter, völlig grenzenlos und ohne jeden Halt, denn es wird nie genug sein. Gefördert wird dieses Spiel dadurch, dass es tatsächlich keine unmittelbaren Begrenzungen darin gibt, Macht auszudehnen. Je mehr freigegeben wird, desto mehr häuft sie sich auch an. Wo aber keine Grenze ist, wird irgendwann zwangsläufig der Punkt kommen, an dem die Größe der Macht die Kapazität des Egos übersteigt, und genau an diesem Punkt wird das Ego unterliegen, denn letzteres hat Grenzen! Genau hier liegt die Gefahr, die mit dem Spiel der Anhäufung zum sicheren Untergang wird, sobald dieser Punkt erst einmal erreicht ist.

Trügerisch wird es aber für denjenigen, der mit der Macht spielt, denn er hat weder Respekt, noch Weitsicht, und wird sehr schnell selbst zum Spielball von Macht. Schneller als ihm lieb ist, schneller als man es erkennen könnte, und wesentlich kraftvoller als man es handhaben oder kontrollieren könnte. Man rutscht von der aktiven in die reaktive Rolle, aus der es so schnell kein Entkommen gibt.

Daher ist der einzig richtige Umgang mit Macht immer nur der, sie grundsätzlich, von vorne herein, und konsequent zu verweigern. Immer.

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