Kosmischer Unfall?

Johann Daniel Titius lebte von 1729 bis 1796 und war ein deutscher Gelehrter der sich unter anderem mit Astronomie befasste. Dabei machte er irgendwann eine empirische Entdeckung über die Abstände der Planeten in unserem Sonnensystem, die einer gewissen Regelmäßigkeit zu entsprechen scheinen.

Diese Regelmäßigkeit drückte er mit der folgenden Formel aus:
R[n] = 4 + 3*2^n
wobei man für n natürliche Zahlen einsetzt.

Nimmt man für n die Zahlen von 0 bis 8 ergibt sich daraus die folgende Reihe:
7, 10, 16, 28, 52, 100, 196, 388, 772

Das Verhältnis der Zahlen aus dieser Zahlenreihe entspricht auffällig genau den Abstandsverhältnissen der durchschnittlichen Umlaufbahnen von 8 Planeten unseres Sonnensystems. Dieser Sachverhalt wird in der nachfolgenden Tabelle deutlicher:

PlanetReiheAbstand [AE]Fehler [%]
Merkur3,9*(0,1)
VenusR[n=0] = 77,2*(0,1)-2,78
ErdeR[n=1] = 1010,0*(0,1)0,0
MarsR[n=2] = 1615,2*(0,1)5,26
R[n=3] = 2827,7*(0,1)1,08
JupiterR[n=4] = 5252,0*(0,1)0,0
SaturnR[n=5] = 10095,4*(0,1)4,82
UranusR[n=6] = 196191,9*(0,1)2,14
PlutoR[n=7] = 388394,8*(0,1)-1,72
ErisR[n=8] = 772677,0*(0,1)14

Die erste Spalte enthält den Namen des Planeten.
Die zweite Spalte enthält den Zahlenwert der empirischen Reihe.
Die dritte Spalte gibt den durchschnittlichen Planetenabstand zur Sonne in astronomischen Einheiten (AE) an. Eine astronomische Einheit entspricht per Definition dem durchschnittlichen Abstand der Erde zur Sonne.
Die vierte Spalte gibt den prozentualen Fehler zwischen den beiden Zahlen aus Spalte zwei und drei wieder.

Für sieben der gezeigten Planeten stimmt diese Regel äußerst genau. Bei dem achten Planeten Eris gibt es eine Abweichung von über 10%, womit dieser schon leicht aus dieser Regelmäßigkeit auszubrechen scheint. Allerdings ist dieser Planet auch am weitesten von der Sonne entfernt. Vielleicht ein Messfehler?

Tja, und dann gibt es da noch drei Ausnahmen die nochmal genauso interessant sind wie diese empirische Gesetzmäßigkeit selbst.

{1} Für die Position von Merkur müsste man die Zahlenreihe in die entgegengesetzte Richtung fortsetzen und n auf -Unendlich setzen. Dann erhält man den Wert 4, der jetzt wiederum mit einem relativen Fehler von 2,56% sehr gut passt, aber eben doch etwas aus der Reihe tanzt. Mathematisch gesehen entspricht das auf die Reihenformel bezogen dem Limes – also der Grenzwertbildung – für die Konvergenz von n gegen -Unendlich. Damit wäre also die Umlaufbahn von Merkur wohl auch die kleinste, noch mögliche Umlaufbahn um die Sonne – empirisch gesehen. Sie scheint hier tatsächlich eine gewisse Grenze darzustellen, da Merkur auch wirklich der innerste Planet unseres Sonnensystems ist. Aber was ist mit den Werten von n zwischen -Unendlich und 0? Diese Betrachtung macht eigentlich nicht wirklich Sinn… so viele Planeten können sich auf so engem Raum eher nicht einfinden. Aber potentielle Umlaufbahnen gäbe es hier genug.

{2} Für n=3 gibt es eine Lücke. Hier ist kein Planet, wohl aber der Asteroidengürtel. Nimmt man den durchschnittlichen Abstand des Asteroidengürtels zur Sonne passt er wiederum sehr gut zu dieser Gesetzmäßigkeit. Hier neige ich dazu mir die Frage zu stellen ob hier vor langer Zeit wohl mal ein Planet gewesen ist, von dem nach einem Unfall, bzw. nach einer Zerstörung nur noch dieser Asteroidengürtel übrig geblieben ist?

{3} Was ist denn mit Neptun passiert? Der schleicht sich auf einer völlig anderen Position hinein und dreht seine Kreise zwischen Uranus und Pluto. Er fällt nun wirklich deutlich aus dieser Gesetzmäßigkeit heraus… Aber es gibt hier noch weitere Ungereimtheiten, wenn man sich die Umlaufbahnen in diesem Bereich etwas genauer anschaut. Neptun scheint am „falschen“ Platz zu sein, die Umlaufbahn von Pluto ist stark exzentrisch und beide Umlaufbahnen kreuzen sich an zwei Punkten. Da drängt sich mir die Frage auf, ob das wirklich die Folge einer natürlichen Entwicklung sein kann, oder ob sich hier die Umlaufbahnen und Positionen in Folge eines Unfalls verschoben haben? Vor allem erstaunen mich die beiden Kreuzungspunkte der Umlaufbahnen. Wie lange kann denn so etwas gut gehen, bzw. wie lange ist es denn schon gut gegangen? Es muss ja auch nicht direkt zu einem Zusammenstoß kommen, aber wenn sich Pluto und Neptun einmal sehr „Nahe“ kommen müssten sich doch die Umlaufbahnen dieser beiden Planeten wahrscheinlich (wieder?) ändern?

Nimmt man die Gesetzmäßigkeit von Herrn Titius einmal als gegeben und gültig an ergibt sich der starke Verdacht, dass in unserem Sonnensystem ein Unfall passiert sein könnte der höchstwahrscheinlich einen Planeten zerstört hat dessen Umlaufbahn sich genau zwischen Mars und Jupiter befand. Wenn das der Fall sein sollte stellt sich natürlich weiter die Frage wo sich seine Trümmer überall hin verteilt haben? Der Asteroidengürtel allein birgt noch nicht genügend Masse für einen vollständigen Planeten. Aber es gibt da noch weitere Kandidaten: die Oortsche Wolke und der Kuipergürtel. Könnte das passen? Nimmt man die Menge der Trabanten aus dem Asteroidengürtel, dem Kuipergürtel und der Oortschen Wolke zusammen erhält man mit Sicherheit genügend Masse die einem durchschnittlichen Planeten unseres Sonnensystems entsprechen könnte. Die nächste Frage wäre jetzt ob und wie die Trümmer eines Planeten diese Wolke und die Gürtel verursacht haben könnte?

Geht man einmal davon aus dass dieser hypothetische Planet X wie von einer Explosion zerborsten ist, dann müssten sich seine Trümmer in erster Näherung gleichmäßig in alle Raumrichtungen ausgebreitet haben. Ein großer Teil dieser Trümmer hätte sich kugelförmig ausgebreitet und würde heute eine mehr oder weniger große Sphäre um unser Sonnensystem bilden, je nachdem wie lange dieses Unglück schon her ist und wie lange sich die Trümmer auf diese Art und Weise ausbreiten konnten. Das könnte genau der Oortschen Wolke entsprechen. Ein Teil dieser Oortschen Wolke wird als Hills-Wolke bezeichnet – eine kugelförmige, deutlich begrenzte Sphäre die den innersten Anteil der Oortschen Wolke bildet und vermutlich 90% der Masse der gesamten Oortschen Wolke stellt. Das hört sich dahingehend plausibel an.

Natürlich müssten diese Trümmer, die sich erst mal sphärisch ausgebreitet haben, so ziemlich auf allen Planeten und Monden eingeprasselt sein, auf denen sie dann ein entsprechendes Kraterbild hinterlassen haben. Auf nahezu allen Trabanten, ob Planet oder Mond, sind schon jede Menge Krater gesichtet und benannt worden. Es ist auch auffällig das unser Mond z.B. auf einer Hälfte eine wesentlich höhere Dichte an Kratern hat als auf der anderen Hälfte. Sowohl die grundsätzliche Anwesenheit der allermeisten dieser Krater, als auch ihre spezifische Verteilung würde sich dadurch eindeutig erklären lassen. Der Aufprall einer ersten, sich ausbreitenden sphärischen Trümmerschale würde die hohe dichte an Kratern auf einer Trabantenhälfte verursachen, während vereinzelte Nachfolger aus unterschiedlichen Richtungen mit der Zeit kontinuierlich weitere Krater auf der gesamten Oberfläche verursachen.

Der Anteil der sich ausbreitenden Trümmer der sich in der Ebene der kreisenden Planeten bewegt hat und nicht eingeschlagen ist wurde durch die Anziehungskraft der Planeten beeinflusst. Da gibt es beliebige Möglichkeiten, die eine entsprechende beliebige Verteilung der Trümmer verursachen würden. Manche wurden wahrscheinlich einfach nur umgelenkt und sind heute zufällig im Raum verteilt. Manche, kleinere Bruchstücke wurden von großen Planeten mit starker Gravitationskraft auf kleinen Umlaufbahnen eingefangen und bilden heute vielleicht die Ringe? Jupiter, Saturn und Uranus haben Ringe und sind die größten Planeten unseres Sonnensystems, das würde passen. Wieder andere wurde bei der Flucht von der Sonne weg einfach nur in der Ebene abgebremst und bilden heute den Kuipergürtel. Letztlich ist dann wohl der Teil der Bruchstücke der sich in die beiden Richtungen der Umlaufbahn des zerbrechenden Planeten bewegt hat einfach auf dieser Umlaufbahn geblieben und bildet heute den Asteroidengürtel.

Es erklärt noch nicht die Umlaufbahnen von Merkur, Pluto und Neptun, aber vieles passt hier schon recht plausibel zusammen. Letzten Endes ist aber auch die potentielle Ursache (ob natürlich, unnatürlich, oder gar kriegerisch?) für diesen möglichen Unfall noch völlig unklar.

Was ich an diesem spekulativen Szenario allerdings beunruhigend finde ist die Tatsache dass der nächste Nachbarplanet in Richtung der Sonne, nämlich Mars, ein toter Planet ist. Alle Planeten unseres Sonnensystems haben ein ausgeprägtes Magnetfeld – außer Mars. Da ist nur noch ein großer, planetaren Brocken übrig. Was ist denn dort passiert? War das Glück im Unglück? Planet wurde „vernichtet“ aber nicht völlig „zerstört“? War der Planet Mars einmal von einer Zivilisation belebt? Von einer menschenähnlichen Zivilisation mit einem ähnlichen Geschick zur Selbstzerstörung wie wir? Hat es letztlich den „Planeten“ gekostet? Aber Spekulationen machen hier wohl erst Sinn sobald es dort erste Raumbasen von uns gibt und eine gewisse Menge archäologischer Untersuchungen durchgeführt wurden. Wenn wir noch dazu kommen…

Denn wenn ich mir jetzt noch mal den nächsten Nachbarplaneten in Richtung Sonne anschaue, dann lande ich bei uns, auf der Erde. Wir sind gerade ziemlich effizient dabei, wenn es darum geht die natürliche Umwelt des Planeten Erde kaputt zu wirtschaften – Wüsten, Ölpest, Ozonloch, CO2-Ausstoss, etc. Ist das etwa eine Form von Weltraumwahnsinn der da von Planet zu Planet springt? Hat da etwas auf dem Mars überlebt und ist auf die Erde übergewechselt? Kam das vielleicht ursprünglich von „Planet X“? Was ist wenn wir bei der Zerstörung unseres Planeten Erfolg haben sollten – ist danach die Venus dran?

360 vs. 400

Der Franzose Jean Dominique Comte de Cassini war Ende des 18. Jahrhunderts an der Metrifizierung in Frankreich beteiligt und führte dazu ein neues Gradnetz mit einem Vollwinkel von 400 sogenannten „Neugrad“ ein. Das zugehörige Projekt nannte sich „Nouvelle Triangulation de la France“ und sollte u.A. Winkelberechnungen vereinfachen. Die Einteilung in 400 Einheiten statt 360° sollte den Vorteil des Dezimalsystems hervorbringen, da Quadranten eines Kreises – also vielfache eines rechten Winkels – ab nun ein vielfaches von 100 Einheiten sind, statt von 90.

Um eine Verwirrung zwischen den Bezeichnungen „Grad“ und „Neugrad“ zu vermeiden, hat man 1992 mit der ISO-Norm 31-1 die Bezeichnung „Neugrad“ offiziell durch die Bezeichnung „gon“ ersetzt. „Gon“ kommt aus dem griechischen und bedeutet so viel wie „Winkel“ oder „Ecke“. Im November 2009 wurde die ISO-Norm 31 dann von der ISO 80000 abgelöst und gleichzeitig auch auf europäischer Ebene in der IEC 80000 festgehalten, womit dieser Sachverhalt heute rechtlich bindend festgelegt ist.

So richtig funktioniert hat das aber bisher irgendwie nicht, oder?
Wem ist die Thematik der „Neugrad“, bzw. „gon“ überhaupt bekannt?
Rechnen Sie bei einem Vollwinkel mit 400 gon, oder mit 360°?

Scheinbar handelt es sich bei dieser Einteilung um etwas ziemlich ursprüngliches, denn wie alt diese Einteilung in 360° ist und woher sie kommt wussten selbst die Babylonier schon nicht mehr zu sagen. Aber gewisse Vorteile liegen auf der Hand, wenn man sich die Zahl einmal genauer anschaut. Sie basiert auf einem 12er-System und bietet daher viel mehr Teilungsmöglichkeiten als das Dezimalsystem. Am besten erkennt man es durch eine Primfaktorzerlegung der Zahl 360:

360 = 2*2*2*3*3*5

Anders ausgedrückt, lässt sich 360 durch die folgenden Zahlen teilen:

Teiler = 2, 3, 4, 5, 6, 8, 9, 10, 12, 15, 20, 24, 30, 40, 45, 60, 72, 90, 180

Wie sieht das bei 400 aus?

400 = 2*2*2*2*5*5

Teiler = 2, 4, 5, 8, 10, 16, 20, 25, 40, 50, 80, 100

Na ja, es hat nicht ganz die Vielfalt wie die 360.

Es kommt aber noch eine weitere, erstaunliche Eigenschaft hinzu wenn man sich die Quersumme der 360 und ihrer Vielfachen ansieht:

5760 = 9
2880 = 9
1440 = 9
720 = 9
360 = 9
180 = 9
90 = 9
45 = 9
22,5 = 9
11,25 = 9
5,625 = 9
2,8125 = 9

Ich denke, die hohe Symmetrie der Zahl 360 spricht für sich…

Trinität

Was bedeutet es die Dualität zu verlassen und in die Trinität überzugehen?

Die Dualität ist eine Ebene des Erlebens, in der man sich selbst über die Polarisation erfahren kann. Man lebt als Mann oder Frau, teilt die Dinge in Gut und Böse ein, trifft Entscheidungen durch Zustimmung (Ja) oder Ablehnung (Nein) und bewertet was falsch und was richtig ist. Wächst man über die Dualität hinaus, beginnt man die polaren Gegensätze zu einer Einheit zu integrieren und öffnet sich damit einer neuen, dritten Instanz.

Mann und Frau erscheinen auf den ersten Blick als zwei ganz unterschiedliche Wesenheiten, sowohl körperlich als auch charakterlich. Aber es gibt ja auch ein hermetisches Prinzip des Geschlechts, das genau davon spricht. Trotzdem gibt es aber auch viele Gemeinsamkeiten, wiederum körperlich und auch auf der Ebene der Bedürfnisse. Geht man in sich, entdeckt man als Mann auch mal weibliche Aspekte und als Frau auch mal männliche Aspekte – in ganz unterschiedlichen Anteilen. Man entdeckt auch die Fähigkeit sich zu einem gewissen Grad in das andere Geschlecht einfühlen und mitfühlen zu können, denn als Mensch trägt man immer beides in sich. Das lässt sich auf ganz verschiedenen Ebenen untersuchen und feststellen, wie z.B. bei Hormonen. Östrogen ist ganz klar ein weibliches Hormon, das aber in kleineren Mengen auch im männlichen Körper produziert wird. Genau so verhält es sich beim Testosteron, das ganz klar als männliches Hormon gilt, aber in kleineren Mengen auch im weiblichen Körper produziert wird. Solche Beispiele lassen sich auf ganz vielen Ebenen bis hin zu Verhaltensmerkmalen und Sinnesausrichtungen fortsetzen. Hat man diesen Sachverhalt in sich auf der körperlichen, seelischen und geistigen Ebene einmal erkannt, anerkannt und angenommen löst sich die Polarisation zwischen männlich und weiblich auf. Man erkennt sich selbst als androgyne Wesenheit die beides in sich vereint, aber trotzdem mit dem Schwerpunkt auf einem Geschlecht erlebt. Männlich und weiblich sind nach wie vor getrennte Prinzipien, aber sie stehen eben nicht mehr im Widerspruch und schließen sich auch nicht mehr aus.

Betrachtet man sich die Medienwelt, mythologische Geschichten, oder einfach Gespräche aus dem Alltag wird man immer wieder über die Klassifizierung von Gut und Böse, sowie den Kampf zwischen Gut und Böse stolpern. Jeder weiss ganz genau zu sagen was ihm gut tut und was ihm schadet – aus seiner Sicht. Es ist quasi schon ein archaisches Muster. Wenn man sich aber intensiv mit der Schöpfung auseinandersetzt, und auch tiefer in die Verstrickungen von mythologischen Schöpfungsgeschichten eintaucht wird man mit der Zeit feststellen das es das Böse gar nicht gibt. Es löst sich in der Tatsache auf, das es Licht und Schatten gibt, alles mit seinen ganz eigenen Auswirkungen. Denn letztlich wurde alles aus Liebe und in Liebe erschaffen. Gut und Böse löst sich darin auf und man erkennt das alles einfach nur seine ganz eigene Bedeutung hat und auch immer einen konstruktiven Sinn verfolgt. Der Knackpunkt ist dabei nur die Perspektive aus der man etwas betrachtet – ist sie egoistisch-subjektiv, oder freigeistig-schöpferisch?

Die Art wie man Entscheidungen trifft löst sich von der Negation. Zustimmung oder Ablehnung sind polarisiert und fordern ein absolutes Ergebnis. Was einmal abgelehnt ist, wird gewissermaßen zur Existenzlosigkeit verdammt. Betrachtet man diesen Sachverhalt aus einer schöpferischen Sicht stellt sich die simple Frage: wie kann es ein Wort oder eine Begrifflichkeit für etwas geben das nicht existiert? Wie ist es überhaupt möglich sich als Bewusstsein innerhalb der Schöpfung etwas auszudenken das es wiederum innerhalb dieser Schöpfung nicht geben kann? Das Universum kennt keine Negation! Es gibt nur das pure Sein. Natürlich gibt es auch die Entscheidung, sie ist die Basis des freien Willens. Aber es stellt sich dabei nicht mehr so sehr die Frage nach ja oder nein, sondern mehr nach rechts oder links.

Wie leicht hat man sich selbst als Fachmann erkannt und teilt Informationen oder Aussagen in wahr oder falsch ein. Genau genommen begrenzt man sich damit selbst in der Erkenntnisfähigkeit und schafft die Basis für Konflikte. Die Falle in die man dabei gerne tritt ist das Absolute an dem Konstrukt von Wahrheit. Definiert man etwas als wahr gilt es für alle, überall und jederzeit. Wer kann denn so einen großen Raum tatsächlich überblicken? Zusätzlich ist alles was mit der Wahrheit im Konflikt steht quasi wieder zur Existenzlosigkeit verurteilt. Löst man sich von diesem Konstrukt der Wahrheit verwandeln sich Konflikte in Widersprüche die einem aufzeigen, das sich darin eine Erkenntnislücke verbirgt. Setzt man sich mit einem Widerspruch ernsthaft auseinander kann sich dieser durch die Erweiterung des eigenen Horizonts auflösen und man gewinnt durch Wachstum.

Die Entstehung des Raumes

Elementare Schöpfungsprozesse kann man weder erfassen, noch verstehen. Insbesondere da wir selbst Teil der Schöpfung sind und uns innerhalb dieser bewegen. Wir können nicht über ihre Anfänge oder ihre Grenzen hinaus kommen – weder mit dem Körper, noch mit der Seele oder dem Geist.

Eine Modellvorstellung kann allerdings hilfreich sein, um einzelne Aspekte ihrer Manifestation aufzugreifen und den Umgang mit ihnen zu erlernen – ähnlich der Modellvorstellung des Urknalls im Bereich der Physik, um Erkenntnisse zu Ordnen und in einen Sinnzusammenhang zu bringen. Diskussionen über die Gültigkeit eines Modells sind dabei anmaßend und zwecklos. Aber die Diskussion der Eignung eines Modells und der daraus abgeleiteten Erkenntnisse, oder auch der Widersprüche, kann den Horizont erweitern. Spätestens wenn man ein Modell verwirft kann man von einer wahrhaft großen Erkenntnis sprechen.

Startet man also im Nichts, gibt es erst einmal nichts greifbares, vor allem keinen Bezugspunkt. Warum gerade ein Bezugspunkt? Der Punkt ist das erste Element, mit dem man überhaupt etwas „in Beziehung setzen“ kann. Eine Voraussetzung, die erst in die Lage versetzt eine örtliche, bzw. räumliche Aussage machen zu können. Mag es auch noch keinen Raum geben, so gibt es aber doch den Anfang, und dieser Anfang existiert: er ist. Damit ergibt sich ein erster Punkt: der Startpunkt.

Die einzige Möglichkeit der Veränderung ist es nun mich von diesem „Startpunkt“ zu entfernen, denn ein Punkt hat keinerlei Ausdehnung. Da er das konstruktive Element des Raums ist und bereits außerhalb von ihm existiert, lässt er auch gar keine andere Form der (räumlichen) Veränderung zu. Durch diese Veränderung entsteht nun eine Distanz in Form einer linearen Strecke, oder einfach nur eine Linie. Der Startpunkt wird zum Bezugspunkt, und durch die lineare Bewegung entsteht eine erste, räumliche Ausdehnung: die erste Dimension.

Da es nun mehr als einen Punkt gibt, nämlich den Startpunkt und den aktuellen „Standpunkt“, ergibt sich zum ersten Mal eine Wahlmöglichkeit. Ich kann mich dazu entscheiden eine neue Veränderung auszuführen, aber erst Mal auf die gleiche Art und Weise. Also ein Entfernen von allen bestehenden Bezugspunkten (Startpunkt, Standpunkt), bzw. dem bisher entstandenen Gebilde, um eine neue, räumliche Ausdehnung zu bewirken. Wieder wäre diese Form der Ausdehnung linear. Ich kann mich aber auch dazu entscheiden eine andere Form der Veränderung auszuführen, indem ich mich nur von meinem aktuellen „Standpunkt“ entferne, nicht aber vom Startpunkt. Die Entfernung zum Startpunkt soll also im Verlauf der Bewegung durchgehend konstant bleiben. Es wird sich damit ein Kreis um den Startpunkt ergeben, und die Bewegung ist dieses Mal zirkular. Sie hat nun ebenfalls eine räumliche Ausdehnung in eine neue Dimension bewirkt und dabei die Ebene erschlossen, genau so wie es mit der linearen Ausdehnung auch erfolgt wäre. Und doch gibt es einen Unterschied…

Damit sind die beiden, möglichen Arten der räumlichen Ausdehnung erfasst. Die erste ist zwangsläufig linear, aber alle weiteren Ausdehnungsschritte können frei zwischen linear und zirkular gewählt werden.

Genau hier verankert sich bereits das Konzept der Heiligen Geometrie, mit der Manifestation einer linearen und einer zirkularen Bewegung – Lineal und Zirkel. [Vor allem Lineal ohne Skala (!), denn es gibt keinen absoluten Maßstab (weder hier, noch später), nur Verhältnisse und Proportionen, die man durch den Bezug von Punkten zueinander erfassen kann.] Allein aus diesen beiden Grundbewegungen wird nun der gesamte Raum erschaffen, so wie alle weiteren Formen und Gebilde die darin entstehen.

Gleichzeitig erkennt man hier auch schon die Verankerung einer Dualität, die von Anfang an in Form einer inhärenten Eigenschaft und auch als konstruktives Element im Raum verankert ist. Die lineare Ausdehnung ins „Äußere“ stellt dabei eine männliche Form der Entwicklung dar. Die zirkulare Ausdehnung verändert ihren Standpunkt, behält aber den „Startpunkt“ im Blick ohne sich von diesem zu entfernen – blickt also gewissermaßen nach „innen“, und ist damit eine weibliche Form der Entwicklung. [Prinzip des Geschlechts]

Betrachtet man das nun für die drei uns bekannten Raumdimensionen, ergeben sich z.B. die folgenden, üblichen und gebräuchlichen Koordinatensysteme:

  • kartesisches Koordinatensystem (3 lineare Achsen)
  • zylindrisches Koordinatensystem (2 lineare Achsen, 1 Winkelmaß)
  • kugelförmiges Koordinatensystem (1 lineare Achse, 2 Winkelmaße)

Alle drei System bestehen gleichzeitig. Sie stehen nicht im Widerspruch zueinander, schließen sich nicht aus, sind gleichzeitig gültig und lassen sich auch ineinander überführen. Trotzdem haben sie aber unterschiedliche Eigenschaften und dementsprechend spezifische Anwendungsbereiche, für die sie sich besonders gut eignen. Konstruiert man z.B. ein Haus, dann eignet sich das kartesische Koordinatensystem am Besten zur Vermassung und Planung. Das Gewinde einer Schraube beschreibt sich am leichtesten mit Zylinderkoordinaten. Schaut man sich einen Globus an, erkennt man ganz klar Kugelkoordinaten. Längen- und Breitengrad sind die Winkelangaben, das dritte Maß – vielleicht nicht so leicht und schnell erkennbar – ist der Radius, also der (lineare) Abstand zum Mittelpunkt.

Übersetzt man das zurück in die Natur des Raums, lässt sich folgendes sagen:
Bewegung erschafft Raum, und Raum ist Bewegung. Nichts in unserem Universum steht wirklich still. Der erste Schritt diesen Raum zu Betreten ist von männlicher Natur, danach haben wir die freie Wahl der Entfaltung, und egal wie wir uns Bewegen, es besteht immer und überall die Möglichkeit der Begegnung.

Dezimalsystem oder die 12?

Es heisst die 12 sei die natürlichste Zahl des Universums, was mir durchaus einleuchtet, wenn man sich mal die folgenden Fakten ansieht…

  • Tag und Nacht sind jeweils in 12 Stunden aufgeteilt
  • Der Kreis ist in 360° eingeteilt (ein Übergang zu den 400 Neugrad ist bis heute noch nicht wirklich gelungen)
  • Es gibt 12 Tierkreiszeichen. Selbst die Babylonier wussten vor 5.000 Jahren schon nicht mehr zu sagen, wie alt diese Einteilungen sind und auf wen sie zurückgehen…
  • Ein Dutzend steht für 12 Einheiten, ein Ries/Gros für 12*12=144
  • Ein Pfund hat 12 Unzen
  • Ein Schilling teilt sich in 12 Denare
  • Das Jahr ist in 12 Monate eingeteilt
  • Mit der chromatisch wohl temperierten Tonleiter teilt sich eine Oktave in 12 Halbtonschritte ein
  • Der Zollstock teilt sich in 12 Einheiten, 12 Zoll sind ein Fuß
  • Deutsch und Englisch haben ein einzelnes Zahlwort für die Zahlen 1 bis 12, erst dann fangen die zusammengesetzten Zahlworte an
  • Jesus hatte 12 Jünger
  • 12 Spermien bereiten die Oberfläche der Eizelle für den Durchbruch der 13. Spermie vor, um die Befruchtung einzuleiten

Warum benutzen wir eigentlich zwei Hände um bis 10 zu zählen, wenn man doch mit einer Hand bis 12 zählen kann? Benutzt man den Daumen einer Hand um ein Segment der restlichen vier Finger „auszuwählen“, lässt sich mit einer Hand bis 12 zählen. Nimmt man die zweite Hand nach dem gleichen Prinzip dazu, lassen sich Zahlenwerte bis 144 erfassen…

Warum benutzen wir eigentlich das Dezimalsystem?

Wie erkenne ich elementare Prinzipien?

Welches Prinzip verbirgt sich z.B. hinter der Tarnung?

Beispiel: Wandelnde Blätter

Bei wandelnden Blättern handelt es sich um Insekten, die von ihrem Äußeren her genau so aussehen wie die Blätter von denen sie sich ernähren. Neben dem Aussehen ahmen sie auch die Bewegungen der jeweiligen Blätter nach und schützen sich so vor Fressfeinden. Es ist also ein passiver Schutzmechanismus.
Betrachtet man nun das Verhalten dieser Insekten fällt nicht nur auf das diese Meister der Tarnung sind, sondern das sie auch eine ausgeprägte Geduld haben. Die beste Tarnung hilft nichts, wenn man sich nicht in Geduld auf die Wirksamkeit der Tarnung verlassen kann. Sonst droht die Tarnung durch ein unruhiges Verhalten unwirksam zu werden. Das bedeutet die Merkmale „Tarnung“ und „Geduld“ sind sehr eng miteinander verwandt und gehören auf jeden Fall zusammen. Zum Überleben reicht es aber noch nicht ganz. Ein gut getarntes und geduldiges Insekt muss auch in der Lage sein zu Beobachten, damit es seine Situation beurteilen kann. Es muss jederzeit entscheiden können ob es sich in seiner aktuellen Lage gefahrlos ernähren kann und damit seine Tarnung abschwächen, bzw. aufgeben kann, oder ob es weiter getarnt bleiben muss da sich gerade Fressfeinde in der Nähe befinden. Ein gut getarntes Insekt mit einer endlosen Geduld würde sonst ganz einfach verhungern oder verdursten. Die „Beobachtungsgabe“ ist auf jeden Fall ein weiteres Merkmal das hier unbedingt hinzu gezählt werden muss. Bleibt noch die „Nervenstärke“. Da sich dieses Insekt auf einen passiven Schutzmechanismus spezialisiert hat, kann es im direkten Kontakt nicht sehr viel gegen einen Fressfeind ausrichten. Also muss es sich bis zum letzten Augenblick auf seine Tarnung verlassen und davon ausgehen, bzw. darauf hoffen das es nicht gesehen wird und der Fressfeind einfach vorbei geht, damit es sich in der Situation von größter Gefahr nicht unnötig selbst zu erkennen gibt. Das verlangt auf jeden Fall eine ausgeprägte Nervenstärke, in so einer Lage bis zum Letzten cool und abgebrüht zu bleiben.

Résumé

Ist ein Insekt seinem Fressfeind unterlegen, entwickelt es einen Schutzmechanismus. Hat es sich auf einen passiven Schutzmechanismus spezialisiert, nutzt es die Tarnung. Dabei gehören die Merkmale „Tarnung“, „Geduld“, „Beobachtungsgabe“ und „Nervenstärke“ untrennbar zusammen.

Erkenntnis

Erkennt man das Merkmal „Tarnung“ oder „Geduld“, kann man ebenfalls auf die Anwesenheit der anderen Merkmale schließen, sowie auf die Spezialisierung auf einen passiven Schutzmechanismus. Das gilt nicht für die beiden Merkmale der „Beobachtungsgabe“ und der „Nervenstärke“.

Beispiel: Stubenfliege

Eine Stubenfliege ist alles andere als getarnt und schon gar nicht geduldig. Sie kann sogar äußerst lästig werden, womit ihr das Bekanntsein ihrer Anwesenheit und auch ihrer Position ganz klar gleichgültig sind. Sie ist im Verhalten das Gegenteil der Wandelnden Blätter, da sie sich auf eine Eigenschaft spezialisiert hat die ihr gegenüber Fressfeinden einen überlegenen Vorteil verschafft. Diese Eigenschaft ist die Geschwindigkeit in der zeitlichen Auflösung der Wahrnehmung und der Reaktion. Sie hat einen aktiven Schutzmechanismus entwickelt – sie ist einfach enorm schnell.
Trotzdem braucht sie ebenfalls eine gute Beobachtungsgabe um zu jedem Zeitpunkt beurteilen zu können, ob sie gerade die Möglichkeit hat sich zu ernähren oder zu pausieren. Auch sie würde verdursten oder verhungern wenn sie in ihrer schnellen Reaktion permanent ‚auf der Flucht‘ wäre. Gleichzeitig muss sie in der Beobachtung auch beurteilen können, wie lange sie noch gefahrlos an ihrer Position verweilen kann, bevor sie tatsächlich wieder aufbrechen muss. Das Zeitfenster das sich ihr bietet sollte ja auch möglichst gut genutzt werden. Das läuft wieder Hand in Hand mit einer gewissen Nervenstärke, denn auch sie muss so cool und abgebrüht sein, dass sie sich auf ihre schnelle Reaktion verlassen kann und diese ihr auch im letzten Augenblick noch die Flucht aus der Risikozone garantiert. Ansonsten wäre sie ja doch permanent ‚auf der Flucht‘ und damit nicht lebensfähig.

Résumé

Hat sich ein Insekt auf einen aktiven Schutzmechanismus spezialisiert, nutzt es eine Eigenschaft der Überlegenheit. In diesem Fall gehören dabei die Merkmale „Offensichtlichkeit“, „Geschwindigkeit“, „Beobachtungsgabe“ und „Nervenstärke“ untrennbar zusammen.

Erkenntnis

Erkennt man das Merkmal „Offensichtlichkeit“ oder „Geschwindigkeit“, kann man ebenfalls auf die Anwesenheit der anderen Merkmale schließen, sowie auf die Spezialisierung auf einen aktiven Schutzmechanismus.
Die beiden Merkmale „Tarnung“ und „Geduld“ aus dem ersten Beispiel, sowie „Offensichtlichkeit“ und „Geschwindigkeit“ aus dem zweiten Beispiel sind dabei identifizierende Merkmale, da man hierüber auf die anderen Merkmale und den Mechanismus schließen kann.
Die beiden anderen Merkmale „Beobachtungsgabe“ und „Nervenstärke“ sind indikative Merkmale, die zwar untrennbar verbunden sind, aber alleine nicht auf die anderen Merkmale schließen lassen.
Die Bindung innerhalb von identifizierenden und indikativen Merkmalen ist stärker als zwischen identifizierenden und indikativen Merkmalen, denn die Bindung innerhalb von identifizierenden oder indikativen Merkmalen ist eindeutig, während die Bindung zwischen identifizierenden und indikativen Merkmalen mehrdeutig sein kann.