Numerosophie

Ziffern und Zahlen stehen nicht einfach nur für die Anzahl, bzw. die Quantität einer abzählbaren Menge von Elementen, so wie sie z.B. in der Mathematik zum Einsatz kommen. Sie räpresentieren universelle Prinzipien mit einer ganzen Reihe von Qualitäten, denen man sich auf ganz unterschiedliche Art und Weise nähern kann.

Allein in der Mathematik kann eine einzelne Zahl schon mehrere Rollen einnehmen. Die „1“ z.B. ist eine Zahl, eine ungerade Zahl, aber auch eine Ziffer. Eine Primzahl? Manche zählen sie zu den 5 schönsten Zahlen der Mathematik, und sie ist im Bereich der Algebra das neutrale Element der Multiplikation. D.h. egal welche Zahl man mit der „1“ multipliziert, man erhält immer wieder die ursprüngliche Zahl – daher auch ’neutrales‘ Element. Sie ist aber auch die kleinste Schrittweite in der Menge der natürlichen Zahlen – und darin eben auch die ‚erste‘ Zahl (sofern man nicht doch die Null zur Menge der natürlichen Zahlen einbezieht). Die verschiedenen Eigenschaften und Qualitäten einer Zahl zeigen sich also in Abhängigkeit des Kontexts in dem man sie betrachtet.

Neben der Mathematik gibt es weitere Disziplinen wie z.B. die Numerologie und Zahlenmystik, die wiederum ganz andere Aspekte des zugrunde liegenden, universellen Prinzips einer Zahl erarbeiten und für ihre eigenen, spezifischen Anwendungen aufgreifen. Aber das sind alles immer nur einzelne Disziplinen, die getrennt voneinander betrachtet werden und auch als nicht miteinander vereinbar gelten.

In der Antike hat man bereits die geometrische Manifestation einer Zahl gekannt, die sich anteilig in Form von Symbolen u.A. in der Astrologie wiederspiegelt. Hier trifft Mythologie auf Astrologie und heilige Geometrie. An diesem Punkt setzt nun hermetisch orientierte Forschung an, und erst hier wird es wirklich lehrreich. Denn sobald man verschiedene Disziplinen, egal welche es sein mögen und woher sie auch immer kommen, miteinander kombiniert, hat man erst die Möglichkeite Schnittmengen, Übereinstimmungen und Widersprüche zu entdecken und für neue Erkenntnisse heranzuziehen. Letzten Endes gibt es schließlich nur eine Wahrheit, und die wird wohl kaum zu sich selbst im Widerspruch stehen.